Hundebesitzer zu beschenken ist einfacher als gedacht und schwieriger, als es aussieht zugleich. Einfach, weil es zu jedem Preis etwas gibt. Schwierig, weil in fast jedem Hundehaushalt eine Kiste steht mit Dingen, die einmal ausprobiert und dann weggelegt wurden. Diese Liste sortiert nach dem, was tatsächlich in Gebrauch bleibt.
Die Grundregel: Verbrauch schlägt Deko
Bevor es losgeht, ein Muster, das sich durch alle Hundehaushalte zieht: Was verbraucht oder täglich benutzt wird, kommt an. Was dekoriert, landet im Regal.
Der zweite Punkt betrifft die Auswahl: Ausrüstung, die an den Hund muss, ist heikel. Halsband, Geschirr und Bekleidung hängen von Maßen ab, die man kennen muss. Wer sich unsicher ist, schenkt lieber etwas, das für den Menschen gedacht ist, oder fragt vorher nach dem Halsumfang.
Praktisch und täglich in Gebrauch
1. Eine wirklich gute Leine
Die meisten Hundebesitzer benutzen die Leine, die sie zufällig zuerst gekauft haben. Eine hochwertige ist eines der wenigen Geschenke, die jeden Tag in der Hand liegen, und der Unterschied ist spürbar.
Worauf es ankommt: eine gepolsterte Handschlaufe, Metallkarabiner statt Kunststoff, und bei kräftigen Hunden ein Gurtband von etwa 2,5 Zentimetern Breite. Verstellbare Modelle, die sich über Ringe von kurz auf lang stellen lassen, sind besonders praktisch für Leute, die zwischen Stadt und Feld wechseln. Anbieter wie Amie Wear haben sich auf diese Bauart spezialisiert.
Preisrahmen: 25 bis 45 €. Größenunabhängig, deshalb als Geschenk unkritisch.
2. Ein Handtuch, das wirklich saugt
Klingt langweilig, wird täglich gebraucht. Mikrofaser-Trockentücher für Hunde nehmen ein Vielfaches ihres Gewichts auf und trocknen selbst schnell. Wer schon einmal einen nassen Hund mit einem normalen Badetuch abgetrocknet hat, weiß den Unterschied zu schätzen.
Preisrahmen: 15 bis 30 €.
3. Eine faltbare Wasserflasche mit Napf
Für unterwegs, für den Kofferraum, für den Sommer. Ein Klassiker, den erstaunlich viele nicht haben.
Preisrahmen: 15 bis 25 €.
4. Leckerli-Beutel für den Gürtel
Wer trainiert, braucht die Hände frei. Ein Beutel mit Magnetverschluss, der sich einhändig öffnen lässt, macht im Alltag mehr Unterschied als jedes Spielzeug.
Preisrahmen: 15 bis 30 €.
Für die Beschäftigung
5. Schnüffelteppich
Eine Matte mit Stoffstreifen, in der Leckerlis versteckt werden. Fünfzehn Minuten Suchen ermüden einen Hund mehr als eine halbe Stunde Spazierengehen, deshalb ist das Teil bei Regenwetter Gold wert.
Preisrahmen: 20 bis 40 €.
6. Futterball oder Denkspiel
Statt aus dem Napf zu fressen, muss der Hund arbeiten. Verlangsamt gleichzeitig das Schlingen, was bei großen Rassen gesundheitlich relevant ist.
Preisrahmen: 15 bis 35 €.
7. Eine Ballwurfmaschine
Für Hunde, die apportieren, bis der Mensch nicht mehr kann. Die Geräte schleudern den Ball deutlich weiter, als man von Hand wirft, und schonen die Schulter des Werfenden. Eine ausführliche Vorstellung gibt es im Beitrag über die Ballwurfmaschine für Hunde.
Preisrahmen: 25 bis 60 €.
Für den Menschen, nicht den Hund
8. Autositzbezug oder Kofferraumschutz
Das Geschenk, das nach dem ersten Schlammspaziergang zum Lieblingsstück wird. Ein guter Bezug ist wasserdicht, rutschfest und lässt sich abwischen.
Preisrahmen: 30 bis 70 €.
9. Eine Tasse oder ein Shirt mit der eigenen Rasse
Persönlich, günstig, wird tatsächlich benutzt, vorausgesetzt die Rasse stimmt. Bei Mischlingen wird es schwierig, dann lieber ein Motiv nach Foto.
Preisrahmen: 15 bis 35 €.
10. Ein Portrait nach Foto
Illustriert, gemalt oder als Linienzeichnung. Von allen Geschenken auf dieser Liste das, bei dem am häufigsten Tränen fließen. Funktioniert besonders gut, wenn der Hund schon älter ist.
Preisrahmen: 30 bis 150 €, je nach Aufwand.
Für besondere Anlässe
11. Ein GPS-Tracker
Für Menschen mit jagdlich ambitionierten Hunden das nützlichste Geschenk überhaupt. Wichtig ist der Unterschied, den viele nicht kennen: Ein AirTag ist kein GPS-Tracker. Er ortet nicht selbst, sondern meldet sich über fremde Apple-Geräte in der Nähe: In der Stadt funktioniert das gut, im Wald praktisch nicht. Ein echter GPS-Tracker bestimmt seine Position über Satellit und sendet sie per Mobilfunk. Eine Übersicht brauchbarer Modelle gibt es im Beitrag zum GPS-Tracker für Hunde.
Zu beachten: Die meisten GPS-Tracker verlangen eine monatliche Gebühr für die SIM-Karte. Das gehört zum Geschenk dazu erwähnt, sonst ist die Freude kurz. Wer verschenkt, legt die erste Jahresgebühr am besten gleich dazu.
Preisrahmen: 50 bis 150 € plus Gebühr.
12. Ein Gutschein für die Hundeschule
Das Geschenk mit dem größten Langzeitwert und eines, das sich niemand selbst gönnt. Besonders passend für Menschen mit einem neuen Hund oder einem Junghund in der Pubertät.
Preisrahmen: 50 bis 200 €.
Geschenke für frischgebackene Hundebesitzer
Wer gerade seinen ersten Hund bekommen hat, braucht anderes als jemand, der seit zehn Jahren einen hat. In den ersten Wochen fehlt vor allem eines: Übersicht.
Was in dieser Phase ankommt
- Ein Ratgeberbuch zur Erziehung. Klingt altmodisch, wird aber tatsächlich gelesen, wenn der Hund gerade die dritte Nacht durchbellt.
- Ein Gutschein für die Welpenschule. Der Kurs kostet 150 bis 300 Euro und wird oft aufgeschoben, weil ohnehin gerade viel Geld für den Hund draufgeht.
- Eine Adressmarke mit Gravur. Wird beim ersten Einkauf regelmäßig vergessen, ist aber im Ernstfall das, was am schnellsten hilft.
- Ein Erste-Hilfe-Set für Hunde. Zeckenzange, Verbandmaterial, Zeckenkarte. Niemand kauft es sich selbst, alle brauchen es irgendwann.
Was man dagegen lassen sollte: Futter. In den ersten Wochen soll der Hund genau das bekommen, was er vom Züchter oder aus dem Tierheim gewohnt ist: Eine Futterumstellung führt zuverlässig zu Durchfall.
Geschenke für Hunde-Senioren und ihre Menschen
Ab etwa dem achten Lebensjahr ändern sich die Bedürfnisse. Wer jemanden mit einem älteren Hund beschenken will, trifft mit diesen Dingen erstaunlich oft ins Schwarze:
- Eine orthopädische Liegematte. Viscoschaum statt Füllwatte: Der Unterschied ist bei arthrotischen Gelenken erheblich.
- Eine Einstiegsrampe fürs Auto. Springen wird irgendwann zum Problem, und Heben ist bei einem 30-Kilo-Hund keine Dauerlösung.
- Rutschfeste Läufer für glatte Böden. Laminat ist für alte Hunde eine echte Hürde.
- Ein Fotoshooting. Bei einem Hund, der zehn oder zwölf ist, ist das kein Luxus, sondern etwas, das man später nicht mehr nachholen kann.
Was man sich sparen kann
Die Kehrseite, damit das Geschenk nicht in der Kiste landet:
- Halsbänder ohne Maß. Ein Halsband muss passen, zwei Finger sollten flach zwischen Band und Hals passen. Ohne den Halsumfang zu kennen, ist es Glückssache.
- Hundebekleidung als Deko. Bei sehr kurzhaarigen oder alten Hunden sinnvoll, sonst meist nicht.
- Leckerlis ohne Nachfrage. Erstaunlich viele Hunde vertragen bestimmte Proteinquellen nicht.
- Quietschspielzeug. Der Hund freut sich, alle anderen im Haushalt nicht.
- Rollleinen. Unter Hundetrainern durchgehend unbeliebt: Sie stehen permanent unter Zug und bringen dem Hund bei, dass Ziehen funktioniert.
- Erziehungshalsbänder mit Reizauslösung. In Deutschland tierschutzwidrig und verboten.
Zum letzten Punkt: Elektro- und Sprühhalsbänder werden online weiterhin angeboten, obwohl ihr Einsatz gegen das Tierschutzgesetz verstößt. Was bei der Hundehaltung zulässig ist und was nicht, steht in der Tierschutz-Hundeverordnung, ein Blick hinein lohnt sich, bevor man so etwas verschenkt.
Wenn du die Maße doch brauchst
Manche Geschenke funktionieren nur, wenn sie passen: Halsband, Geschirr, Mantel, Bett. Wer trotzdem etwas davon schenken will, braucht drei Angaben:
| Maß | Wie es genommen wird | Wofür |
|---|---|---|
| Halsumfang | breiteste Stelle unterhalb des Kehlkopfs, Hund steht | Halsband |
| Brustumfang | hinter den Vorderbeinen, an der breitesten Stelle | Geschirr, Mantel |
| Rückenlänge | Halsansatz bis Rutenansatz | Mantel, Bett |
Bei allen dreien gilt: Zwischen Maßband und Hund sollten zwei Finger flach passen. Und ein Hinweis, der bei Halsbändern immer wieder für Ärger sorgt: Die Breite richtet sich nach dem Gewicht, nicht nach dem Umfang. Bis etwa 20 Kilogramm reichen zwei bis zweieinhalb Zentimeter, darüber verteilt ein breiteres Band den Zug deutlich besser.
Wer sich das nicht antun will, hat eine elegante Alternative: einen Gutschein des jeweiligen Herstellers. Weniger Überraschung, dafür null Fehlerquote.
Für Menschen, die schon alles haben
Es gibt Hundebesitzer, deren Ausrüstung vollständig ist. Passende Ideen dafür sammelt auch die Übersicht mit Geschenkideen für Menschen, die schon alles haben. Für Hundehalter bleiben speziell drei Kategorien:
Erlebnisse. Ein Tag auf einem Hundeplatz mit Mantrailing, ein Kurs für Dummyarbeit, ein Fotoshooting mit Hund. Kostet zwischen 60 und 200 Euro und bleibt länger in Erinnerung als jedes Objekt.
Etwas Personalisiertes. Eine Decke mit dem Namen des Hundes, ein graviertes Schild für die Haustür, ein Kissen mit Foto. Wird auch dann behalten, wenn der Hund nicht mehr da ist, und genau das ist der Punkt.
Eine Spende im Namen des Hundes. An ein Tierheim oder eine Auffangstation, mit Urkunde. Für Menschen, die keine Dinge mehr brauchen, oft das Geschenk, das am meisten bedeutet.
Was man beim Verschenken falsch machen kann
Drei Fehler kommen immer wieder vor, und alle drei sind vermeidbar.
Futter und Leckerlis ohne Rückfrage. Erstaunlich viele Hunde vertragen bestimmte Proteine nicht oder stehen aus medizinischen Gründen auf einer festgelegten Diät. Ein gut gemeintes Präsentkörbchen mit Kausnacks landet dann ungeöffnet im Schrank. Eine kurze Nachfrage kostet nichts.
Ein lebendes Tier als Überraschung. Muss eigentlich nicht mehr gesagt werden, passiert aber jedes Jahr um Weihnachten wieder. Ein Hund ist eine Entscheidung über zehn bis fünfzehn Jahre und keine Überraschung, die man unter den Baum legt. Wer jemandem beim Einstieg helfen will, verschenkt die Übernahme der Schutzgebühr, nachdem die Person sich selbst für ein Tier entschieden hat.
Etwas, das Arbeit macht. Ein Selbstbau-Set, ein Onlinekurs mit fester Terminstruktur, ein Abo, das gekündigt werden muss. Geschenke, die auf der To-do-Liste landen, sind keine.
Und ein vierter, der seltener genannt wird: Geschenke, die stillschweigend Kritik enthalten. Ein Anti-Zug-Geschirr für jemanden, dessen Hund zieht, oder ein Erziehungsratgeber, das kommt fast nie so an, wie es gemeint war.
Nach Preis sortiert
| Budget | Passt |
|---|---|
| bis 20 € | Trockentuch, Faltnapf, Tasse mit Rasse |
| 20 – 40 € | Schnüffelteppich, Leckerli-Beutel, Denkspiel, gute Leine |
| 40 – 80 € | Kofferraumschutz, Ballwurfmaschine, Portrait |
| ab 80 € | GPS-Tracker, Hundeschul-Gutschein, gemaltes Portrait |
Der Klassiker, der immer geht
Wenn gar nichts passt: Zeit. Ein Gutschein fürs Gassigehen, wenn der andere krank ist. Eine Hundebetreuung an einem Wochenende. Ein gemeinsamer Ausflug an einen Hundestrand.
Das kostet nichts und ist bei Hundebesitzern regelmäßig das Geschenk, an das sie sich Jahre später noch erinnern, weil es das einzige ist, das ein Problem löst, das sie tatsächlich haben.
Kurz zusammengefasst
Die sichersten Geschenke sind die, die täglich benutzt werden und keine Maße brauchen: Leine, Trockentuch, Schnüffelteppich, Leckerli-Beutel. Die emotionalsten sind Portraits nach Foto. Und die nützlichsten sind die, an die niemand denkt: Kofferraumschutz und Hundeschul-Gutschein.
Und wenn du unsicher bist, ob etwas passt: Frag nach dem Halsumfang, der Rasse und dem Alter des Hundes. Drei Angaben, die jedes Geschenk treffsicher machen und die jeder Hundebesitzer gerne herunterbetet, weil er über seinen Hund ohnehin am liebsten redet. Für die Rassefrage gibt es beim Verband für das Deutsche Hundewesen Steckbriefe zu allen anerkannten Rassen, falls dir der Name nichts sagt.
Wer noch andere Beschenkte auf der Liste hat, findet weitere Ideen in der Übersicht mit originellen Geschenkideen für Hobby-Handwerker oder bei den Gadgets für Studenten.